Das Energiekonzept der Kläranlage Dresden-Kaditz

Selbsteinschätzung der Kommune

Kommunendaten

Kommune: Dresden
Bundesland: Sachsen
Einwohnerzahl: > 100.000
 Website

Projektdaten

Träger: Stadtentwässerung Dresden GmbH
Projektstart: 2005
Laufzeit: bis 2018
Maßnahmenzuordnung: 2.2.1 Erneuerbare Energie Wärme | 2.2.2 Erneuerbare Energie Elektrizität | 3.5.2 Externe Abwärmenutzung | 3.5.3 Klärgasnutzung

Kontakt

Torsten Fiedler
Pressesprecher
Stadtentwässerung Dresden GmbH
Tel.: 0351 8223621
tfielder@se-dresden.de


Im Zuge der Neu- und Umbauarbeiten der Kläranlage Dresden-Kaditz wurde ein Energiekonzept der Stadtentwässerung in die Planung integriert.

Seit der Fertigstellung der biologischen Abwassser­be­handlung im Juni 2005 ist die Kläranlage Dresden-Kaditz auf dem Stand der Technik und erfüllt die gesetzlichen Anforderungen der Europäischen Union im vollen Umfang. Seit 2015 wird die Kläranlage erneut erweitert − Folge einer positiven Einwohner- und Gewerbeentwicklung. Diese Erweiterung wird 2018 abgeschlossen. Im Zuge der Neu- und Umbauarbeiten wurde ein Energiekonzept der Stadtentwässerung in die Planung integriert, welches neben der effektiven Nutzung von Ressourcen den Einsatz regenerativer Energiequellen fördert. 

Die Pumpen der Abwasserförderung sowie die Druckluftgebläse der biologischen Reinigungsstufe sind die größten Stromverbraucher (Energiebedarf Kläranlage Dresden-Kaditz 2015: 23.000 MWh). Die Bereitstellung dieser Energien stellt einen wesentlichen Kostenfaktor beim Betrieb dar, so dass sich hier ein enormes Energieeinsparpotential ergibt. Das Personal der Kläranlage ist dafür verantwortlich, durch die genaue Abstimmung der Betriebsabläufe den Energieverbrauch zu minimieren. Die Energieeffizienz ist darüber hinaus bei jeder Instandsetzung oder Neuinvestition ein wichtiges Entscheidungskriterium.


Der in Summe in das Werksnetz eingespeiste Grüne Strom (jährlich 17.000 MWh) deckt zirka 75 Prozent des Energieverbrauchs der Kläranlage Dresden-Kaditz. Das Ziel heißt energieautarke Kläranlage. Künftig soll die Dresdner Kläranlage ohne zusätzliche Energie auskommen − u. a. durch Energieeinsparungen und die Mitbehandlung von Bio-Abfällen in der Schlammbehandlung (Co-Vergärung).

Mit 950.000 Euro Baukosten hat die Anlage, bei einer garantierten Einspeisevergütung von 54 Cent pro Kilowattstunde über 20 Jahre (EEG), eine Amortisationszeit von weniger als 11 Jahren. (Erlös 2015: 98.000 Euro). 

Im Mai 2004 ging auf der Dachfläche des Regen­überlauf­beckens eine Photovoltaikanlage mit 949 Modulen und einer Leistung von 190 Kilowatt peak ans Netz. Allein 2015 wurden 180 kWh Elektroenergie erzeugt und in das eigene Netz eingespeist. Das entsprach 0,75 Prozent des Energiebedarfs der Kläranlage.

Im Ablauf der Kläranlage zur Elbe wurde im Dezember 2004 eine Kaplan-Turbine in Betrieb genommen, welche den Höhenunterschied zum Vorfluter von rund fünf Metern zur Energieerzeugung nutzt. Die Anlage hat eine Nennleistung von 120 kW, die abgegebene Leistung ist abhängig vom Zulauf und der Fallhöhe (Pegel der Elbe) und liegt zwischen 20 und 120 kW. Die erzeugte Energie wird direkt in das Stromnetz der Kläranlage eingespeist. Die Wasserturbine erzeugte 2015 eine Energie von 627 kWh. Das entsprach 2,6 Prozent des Energiebedarfs der Kläranlage Kaditz bezogen auf 2015.
  
In der 2012 fertiggestellten Klärschlammbehandlungsanlage an der Autobahn A4 wird der bei der Abwasserbehandlung entstehende Schlamm eingedickt, erwärmt, ausgefault sowie entwässert. Mit dem gewonnen Klärgas erzeugt die Stadtentwässerung Dresden in einem Blockheizkraftwerk (3 Module mit je rund 1 MW Leistung) Elektroenergie (2015: 16.500 MWh) und Wärme (13.000 MWh). Die Elektroenergie wird ins Netz der Kläranlage eingespeist. Mit der gewonnenen Wärme werden der Klärschlamm erwärmt und Betriebsgebäude geheizt.